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Spuren im Schnee - Warum Pfotenschleifen beim Hund ein wichtiges Warnsignal sein kann

  • Autorenbild: Marina Heumann-Männel
    Marina Heumann-Männel
  • vor 5 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Vielleicht ist es dir beim Spaziergang im Schnee aufgefallen – oder auf Asphalt, Sand oder Waldboden:Dein Hund hinterlässt ungewöhnliche Schleifspuren mit seinen Pfoten, anstatt sie sauber anzuheben.

Dieses sogenannte Pfotenschleifen ist kein eigenes Krankheitsbild, sondern ein Symptom, das verschiedene Ursachen haben kann. Gerade im Alltag bleibt es oft lange unbemerkt – dabei können frühe Hinweise entscheidend sein.

 

Mögliche Ursachen für Pfotenschleifen

Pfotenschleifen entsteht meist dann, wenn der Hund seine Gliedmaßen nicht mehr kontrolliert oder kraftvoll genug anheben kann. Häufige Ursachen sind:

  • Altersbedingter Muskelabbau (Sarkopenie)

  • nachlassende Koordination und Körperwahrnehmung (Propriozeption)

  • muskuläre Dysbalancen oder Verspannungen

  • neurologische Veränderungen

  • Schmerzen oder Schonhaltungen

  • Folgen nach Operationen (z. B. Knie, Hüfte, Wirbelsäule)

  • längere Ruhigstellung oder Bewegungsmangel


Gerade nach OPs oder bei älteren Hunden entwickelt sich Pfotenschleifen oft schleichend.

 

Einseitig oder beidseitig? Ein wichtiger Unterschied

Für die Einordnung ist entscheidend:

  • 👉 Schleift der Hund nur einseitig?

  • 👉 Oder beidseits?

  • 👉 Betrifft es nur ein Bein oder mehrere?


Einseitiges Pfotenschleifen kann z. B. auf lokale Probleme oder neurologische Ursachen hindeuten, während beidseitiges Schleifen häufiger bei altersbedingten oder systemischen Veränderungen vorkommt.

Diese Beobachtungen liefern wertvolle Hinweise für Tierarzt und Tierphysiotherapie.

 

Auch die Krallen verraten viel

Nicht nur die Pfotenabdrücke selbst sind aussagekräftig – auch ein Blick auf die Krallen lohnt sich:

  • einzelne Krallen sind stärker abgenutzt

  • Krallen wirken schief abgeschliffen

  • ungewöhnlich kurze oder raue Krallen, obwohl sie nicht geschnitten wurden


Oft sind zunächst die Krallen der Vorderpfoten oder einzelner Zehen betroffen. Diese Veränderungen können ein früher Hinweis auf unbewusstes Schleifen sein – selbst dann, wenn der Gang auf den ersten Blick noch unauffällig wirkt.

 

Wann sollte Pfotenschleifen abgeklärt werden?

Wenn bei deinem Hund:

  • keine bekannte Erkrankung oder OP vorliegt

  • das Pfotenschleifen neu auftritt

  • sich die Schleifspuren verstärken

  • Krallen auffällig abnutzen

👉 sollte das Verhalten tierärztlich und physiotherapeutisch abgeklärt werden.

Je früher die Ursache erkannt wird, desto besser lassen sich Folgeschäden wie Fehlbelastungen, Stürze oder Verletzungen vermeiden.

 

Wie Tierphysiotherapie unterstützen kann

In der Tierphysiotherapie geht es nicht nur um Bewegung, sondern um gezielte, angepasste Unterstützung. Je nach Ursache kann sie helfen:

  • Muskulatur gezielt aufzubauen und zu aktivieren

  • Koordination und Gleichgewicht zu verbessern

  • das Körpergefühl (Propriozeption) zu schulen

  • Schonhaltungen und Fehlbelastungen auszugleichen

  • Sicherheit und Stabilität im Alltag zurückzugeben


Dabei steht immer der einzelne Hund mit seinen individuellen Voraussetzungen im Mittelpunkt.

 

Mein Fazit:

Pfotenspuren ernst nehmenPfotenschleifen ist kein „normaler Altersprozess“, den man einfach hinnehmen sollte.Oft sind es kleine Spuren im Alltag, die früh zeigen, dass ein Hund Unterstützung braucht.

👉 Achte auf die Pfoten, die Krallen und den Gang deines Hundes – sie erzählen oft mehr, als man

 
 
 

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