top of page

Schneegastritis beim Hund – Wenn Schnee Bauchweh macht

  • Autorenbild: Marina Heumann-Männel
    Marina Heumann-Männel
  • vor 5 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit


Schnee fasziniert viele Hunde. Er wird beschnuppert, gefressen, durchwühlt oder voller Begeisterung ins Maul genommen. Was für uns oft niedlich aussieht, kann für den Hundemagen jedoch problematisch werden. Denn das Fressen von Schnee kann eine sogenannte Schneegastritis auslösen.

Dabei handelt es sich um eine akute Entzündung der Magenschleimhaut, die vor allem in der kalten Jahreszeit auftritt. Die empfindliche Schleimhaut reagiert auf äußere Reize mit einer entzündlichen Veränderung – und das kann spürbare Beschwerden verursachen.

 

Was ist eine Schneegastritis?

Die Schneegastritis ist eine Form der akuten Magenschleimhautentzündung beim Hund. Sie gehört zu den entzündlichen Magenerkrankungen und entsteht durch äußere Reize, die den Magen überfordern oder reizen.

Die Magenschleimhaut hat normalerweise eine Schutzfunktion. Wird sie jedoch durch Kälte, mechanische Reize oder belastende Stoffe irritiert, kann es zu einer Entzündungsreaktion kommen. Diese äußert sich in verschiedenen, teils sehr unspezifischen Symptomen.

 

Typische Symptome einer Schneegastritis

Eine Schneegastritis kann sich bei jedem Hund unterschiedlich äußern. Häufige Anzeichen sind:

  • Erbrechen und/oder Durchfall

  • vermehrtes Speicheln, Schmatzen oder Würgen

  • Bauchschmerzen (angespannter Bauch, gekrümmter Rücken)

  • Appetitlosigkeit

  • Müdigkeit oder Rückzug

  • in stärkeren Fällen auch Fieber

Da diese Symptome auch bei anderen Erkrankungen auftreten können, ist eine genaue Beobachtung besonders wichtig.

 

Warum kann Schnee dem Magen schaden?

Viele Halter fragen sich: Schnee ist doch nur Wasser – warum sollte das problematisch sein?

Tatsächlich gibt es mehrere Faktoren, die den Magen reizen können:

  1. Schneefressen in größeren Mengen

    Kalte, große Mengen Flüssigkeit können den Magen belasten und die Durchblutung der Schleimhaut beeinträchtigen.

  2. Verunreinigter Schnee

    Schnee ist selten sauber. Er kann Streusalz, Split, Erde, Abgase oder chemische Rückstände enthalten, die die Magenschleimhaut zusätzlich reizen.

  3. Extreme Kälte

    Eiskalter Schnee wirkt direkt auf die empfindlichen Schleimhäute und kann deren Schutzfunktion beeinträchtigen.

  4. Individuelle Empfindlichkeit

    Manche Hunde reagieren deutlich sensibler als andere – z. B. ältere Hunde, Hunde mit Vorerkrankungen oder sehr empfindlichem Magen.

 

Was tun bei Verdacht auf Schneegastritis?

Bei leichten Symptomen kannst du deinen Hund zunächst unterstützend begleiten:

  • Schonkost füttern, z. B. gekochter Reis mit magerem Huhn oder Morosche Karottensuppe

  • Zimmerwarmes Wasser anbieten, besonders bei Erbrechen oder Durchfall

  • Wärme zuführen, z. B. mit einer Wärmflasche (nicht direkt auf die Haut)

  • Ruhe ermöglichen und körperliche Anstrengung vermeiden

Beobachte deinen Hund dabei genau.

 

Wann ist eine tierärztliche Abklärung sinnvoll?

Bitte stelle deinen Hund tierärztlich vor, wenn:

  • wiederholtes Erbrechen auftritt

  • blutiger Durchfall oder Blut im Erbrochenen sichtbar ist

  • Fieber dazukommt

  • dein Hund starke Bauchschmerzen zeigt

  • er apathisch oder sehr schlapp wirkt

  • die Beschwerden länger als 24–48 Stunden anhalten

Gerade im Winter sollte man Symptome nicht bagatellisieren.

 

Achtung: Streusalz & Auftaumittel

Nicht jedes Streumittel ist gleich – und nicht alle sind für Hunde unbedenklich.

  • Klassisches Streusalz (Auftausalz) besteht meist aus Natriumchlorid (Steinsalz). Bei Aufnahme kann es die Magenschleimhaut reizen. Größere Mengen können sogar zu einer Salzvergiftung (Hypernatriämie) führen.

  • Auftaumittel („Ice Melts“)

    Diese enthalten häufig Calcium- oder Magnesiumchlorid. Sie können stärker reizend wirken als normales Streusalz.

  • Pfoten & Haut

    Streumittel können die Ballen austrocknen, Risse und Schmerzen verursachen. Viele Hunde lecken anschließend ihre Pfoten – und nehmen die Stoffe so zusätzlich oral auf.

 

Achtung: Frostschutzmittel

Frostschutzmittel können bereits in kleinsten Mengen lebensgefährlich sein.

Sie sind enthalten in:

  • Kühlflüssigkeit von Autos

  • Scheibenfrostschutz

  • Enteisungsflüssigkeiten

  • Pfützen, Schneematsch und Tauwasser in Garagen, Einfahrten oder auf Parkplätzen

Warum sie so gefährlich sind:Viele enthalten Ethylenglykol, das süßlich schmeckt und für Hunde attraktiv ist. Es wirkt nicht nur auf den Magen, sondern auf den gesamten Organismus und kann zu schweren Vergiftungen, Nierenversagen und Krampfanfällen führen. Symptome treten oft verzögert auf.

➡️ Bei Verdacht handelt es sich um einen tierärztlichen Notfall.

 

So kannst du deinen Hund schützen

Mit einfachen Maßnahmen kannst du das Risiko deutlich reduzieren:

  • Schneefressen konsequent unterbinden

  • Wege mit viel Streusalz meiden

  • Nach dem Spaziergang Bauch, Brust und Pfoten abtrocknen bzw. reinigen

  • Bei empfindlichen Hunden auf ausreichend Wärme achten (z. B. Mantel, warmer Liegeplatz)

  • Auf verändertes Verhalten frühzeitig reagieren

 

Mein Fazit:

Schnee gehört für viele Hunde einfach zum Winter dazu – zum Toben, Schnüffeln und Entdecken. Doch was harmlos wirkt, kann für den empfindlichen Magen schnell zur Belastung werden. Eine Schneegastritis ist zwar meist gut behandelbar, sollte aber nicht unterschätzt werden.

Gerade im Winter lauern zusätzliche Gefahren wie StreusalzAuftaumittel oder Frostschutzmittel, die nicht nur den Magen, sondern den gesamten Organismus deines Hundes schädigen können. Deshalb ist es so wichtig, aufmerksam zu sein, Veränderungen frühzeitig wahrzunehmen und im Zweifel lieber einmal mehr tierärztlichen Rat einzuholen.

Mit ein wenig Achtsamkeit, gezielter Vorbeugung und einem guten Gespür für deinen Hund kannst du viel dazu beitragen, dass er gesund und unbeschwert durch die kalte Jahreszeit kommt.

 
 
 

Kommentare


bottom of page