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Hirschlausfliege beim Hund – kleine Plagegeister mit großer Wirkung

  • Autorenbild: Marina Heumann-Männel
    Marina Heumann-Männel
  • vor 5 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit


Die Hirschlausfliege (Lipoptena cervi) gehört zu den lästigsten, aber oft unterschätzten Parasiten im Spätsommer und Herbst. Ursprünglich auf Reh- und Rotwild spezialisiert, befällt sie zunehmend auch Hunde – und macht sowohl Tier als auch Halter das Leben schwer.

Besonders in waldreichen Regionen und bei mildem, feuchtem Wetter ist Vorsicht geboten. Denn sobald die Hirschlausfliege ihr Opfer entdeckt hat, stürzt sie sich gezielt darauf, krallt sich mit ihren kräftigen Beinen fest und wirft nach der Landung ihre Flügel ab. Ab diesem Moment bleibt sie dauerhaft im Fell und sticht mehrfach täglich, um Blut zu saugen.


Wie erkennt man die Hirschlausfliege?

Die Hirschlausfliege ist etwa 5 bis 7 Millimeter groß, flach gebaut und bräunlich gefärbt. Sie hat kräftige Beine, mit denen sie sich regelrecht durch das Fell kämpft. Nach der Landung wirft sie ihre Flügel ab und bewegt sich rasch zwischen den Haaren fort – oft unbemerkt. Viele Hunde reagieren mit plötzlich starkem Jucken, hektischem Kratzen oder Unruhe, besonders im Rücken- und Halsbereich.


Warum ist die Hirschlausfliege gefährlich?

Auf den ersten Blick wirkt sie harmlos – klein, lautlos und unscheinbar. Doch ihre Bisse können schmerzhaft sein und ernsthafte Folgen haben.Nach einem Stich bilden sich häufig blaue, druckempfindliche Schwellungen, die stark jucken und Hunde zum intensiven Kratzen, Lecken oder Beißen bringen. Daraus können Entzündungen, Pusteln oder eitrige Infektionen entstehen – besonders wenn die Stelle übersehen wird.


In schwereren Fällen reagieren Hunde mit:

  • Unruhe, Nervosität und vermehrtem Kratzen

  • Hautrötungen, Schwellungen oder blau verfärbten Bissstellen

  • starkem Juckreiz, Pusteln oder Krustenbildung

  • eitrigen Entzündungen, Fieber oder grippeähnlichen Symptomen

Was die Situation zusätzlich verschärft: Hirschlausfliegen können Bakterien wie Bartonella schoenbuchensis übertragen. Dieser Erreger steht im Verdacht, Fieberschübe, Hautentzündungen, Lymphödeme und Erschöpfungssymptome zu verursachen – beim Hund wie auch beim Menschen.

 

Was tun bei einem Befall?

1. Fliegen entfernen:Verwende einen engmaschigen Kamm, eine Pinzette oder eine Zeckenzange, um die Fliegen vorsichtig aus dem Fell zu ziehen. Auch das Abduschen des Hundes kann helfen, verbliebene Parasiten zu beseitigen.

2. Stichstelle kühlen:Kühle betroffene Stellen mit einem sauberen, feuchten Tuch oder einem Kühlpad (nicht direkt auf die Haut legen). Das lindert Juckreiz und Schwellung.

3. Desinfizieren:Reinige die Einstichstelle mit einem milden Desinfektionsmittel für Tiere, um Entzündungen zu vermeiden.

4. Tierarzt aufsuchen:Wenn die Symptome nicht abklingen, sich Eiter bildet oder Fieber auftritt, ist ein Tierarztbesuch Pflicht. Bei Verdacht auf eine bakterielle Infektion kann der Tierarzt antibakterielle Salben oder Tabletten verschreiben.

 

Behandlungsmöglichkeiten

Homöopathisch & natürlich unterstützend:

  • Apis mellifica D6: bei Schwellung, Hitze und Juckreiz

  • Ledum palustre D6: bei Insektenstichen mit Stichkanal

  • Calendula-Tinktur (verdünnt): zur Hautpflege und Wundheilung

  • Aloe Vera Gel (rein & tierversicherlich): kühlt und beruhigt die Haut

  • Silicea D12: unterstützt den Abbau von Sekreten und fördert die Heilung

Schulmedizinisch:

  • Desinfektion der Wunde

  • ggf. antibiotische Salbe bei eitrigen Entzündungen

  • Antihistaminikum oder Kortisonpräparat bei starker allergischer Reaktion

  • Antibiotikagabe bei Verdacht auf Bartonella-Infektion

 

Hausmittel gegen Hirschlausfliegen

Viele Hundehalter möchten chemische Mittel vermeiden – das ist verständlich.Diese natürlichen Alternativen können helfen, um Hirschlausfliegen fernzuhalten:

  • Kokosöl (mit hohem Laurinsäureanteil):

    Leicht ins Fell einmassieren, besonders an Hals, Bauch und Schenkeln.

    Wirkt abstoßend auf viele Parasiten.

  • Verdünnter Apfelessig (1:1 mit Wasser):

    Als Spray vor dem Spaziergang ins Fell geben.

    Nicht auf offene Hautstellen sprühen!

  • Ätherische Öle (Lavendel, Citronella, Teebaum – stark verdünnt!):

    Nur in winzigen Mengen mit Trägeröl (z. B. Mandel- oder Kokosöl) verwenden.

    Achtung: Nicht jeder Hund verträgt ätherische Öle – vorher testen!


💡 Wichtig: Hausmittel wirken nur begrenzt. Sobald die Fliegen im Fell sind, helfen sie kaum. Sie können aber eine gute Ergänzung zu Spot-ons oder repellierenden Sprays vom Tierarzt sein.

 

Wann Tierärztliche Hilfe nötig ist

Wenn dein Hund anhaltend Fieber, starke Schwellungen, blutige Krusten oder deutliche Schmerzen zeigt, sollte unbedingt ein Tierarzt hinzugezogen werden. Auch bei Verdacht auf eine Bartonella-Infektion oder ungewöhnlich langanhaltendem Juckreiz ist eine Untersuchung sinnvoll.

 

Was ist mit uns Menschen?

Auch Menschen sind nicht völlig sicher. Besonders Kopfhaut, Nacken und Kleidung mit Fellbesatz sind beliebte Landeplätze. Zwar gelten wir als „Fehlwirte“, doch der Stich kann juckende, schmerzende Pusteln und in seltenen Fällen allergische Reaktionen verursachen.Daher: In der Schwärmzeit glatte KleidungMützen und Schals tragen – und nach dem Spaziergang immer Haare und Kleidung kontrollieren.

 

Mein Fazit:

Die Hirschlausfliege ist klein, aber hartnäckig.Ihr Stich kann über Tage hinweg Beschwerden auslösen und im schlimmsten Fall zu Infektionen führen. Regelmäßige Fellkontrollen, gute Vorbeugung und eine schnelle Behandlung helfen, größere Probleme zu vermeiden. Mit Geduld, Aufmerksamkeit und der richtigen Nachsorge bringst du deinen Hund sicher und beschwerdefrei durch die Herbstzeit

 
 
 

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